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Ein Kleinod: Der Eichenwald in Mascherode
Mascherode ist gleich von zwei unterschiedlichen Baumfällaktionen betroffen. Einerseits wurde im Oktober 2003 aufgrund einer Anwohnerbeschwerde am Waldweg vom Schreiberkamp zum Möncheweg auf 150 m Länge eine 6 m breite Schneise geschlagen. Andererseits wird zur Zeit im Wald, dem Landschaftsschutzgebiet "Rautheimer Holz", eine so große Anzahl an Bäumen gefällt wie es seit Jahrzehnten nicht der Fall war.

Aktuell: Wir hatten hierzu eine Fachaufsichtsbeschwerde eingereicht. 
Gabriele Uhlmann hatte bei einem Ortstermin Gelegenheit mit Herrn Monpetain und Herrn Köhler von der Oberen Naturschutzbehörde zu sprechen und die betroffenen Stellen vorzuführen. 
Auf Anfrage teilte Herr Montpetain von der Oberen Naturschutzbehörde mit, dass der 
§ 26 des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes
keineswegs den Verordnungen für das jeweilige Gebiet übergeordnet ist, sondern nur als "Leitfaden für den Gesetzgeber" dient. 

Damit ist dieses Gesetz hinfällig, denn es wird erfahrungsgemäß immer dem wirtschaftlichen Aspekt (sog. geordnete Forstwirtschaft) geopfert.

Inzwischen erreichte uns die offizielle Antwort. Die Bezirksregierung spricht danach der Stadt Braunschweig die Empfehlung aus, in gleichgelagerten Fällen, auch die Grundstückseigentümer mit einzubeziehen. Wie das konkret funktionieren soll, wissen wir nicht, denn es handelt sich hier um "Bauernwald", mit dem die Stadt nichts zu tun hat. Wir haken nach!

Wir fordern daher eine Neuinterpretation der Begriffe "ordnungsgemäße Forstwirtschaft" und "Kahlschlag" in Landschaftsschutzgebieten, sowie die Einbeziehung der Anlieger, auch wenn es sich bei dem LSG um Privatbesitz handelt.

 

 

 

Eichen und Buchen sind betroffen.

Aus dem Umweltatlas der Stadt Braunschweig geht hervor, dass Eichen in unserer Region zu den gefährdeten Bauarten gehören. > Eichensterben


Geschaffene Tatsachen

Statt die letzten gesunden Eichen zu schützen, fällen die Bauern weiter als gäbe es diese düsteren Aussichten nicht, als wären wir noch im letzten Jahrhundert, wo sie das Geld bitter nötig hatten. Werden ihre Kinder noch etwas zum Fällen und Verkaufen haben? 
Bauer Friedrich Pape bezeichnet in seinem Leserbrief diese Diskussion als "irrwitzig" und den Wald als ein "kostenloses Ambiente" für die Anwohner.
Tatsache ist, dass die Mascheroder Bauern durch den Verkauf ihrer Felder als Bauland an eben jene Anwohner reich geworden sind.
Auch Pape spricht von nachhaltiger Naturnutzung. Wir sprechen von nachhaltiger Naturzerstörung, denn in den Zeiten kranker Eichen muss sich an den bisherigen Fällgewohnheiten etwas ändern!

In einem offenen Brief an die Behörden sowie an die Presse informierte Frau Uhlmann die Behörden über den Unmut der Anwohnerinnen und Anwohner. Auf ihn folgte seitens der Presse noch keine Reaktion. Aus dem Antwortschreiben der unteren Naturschutzbehörde geht hervor, dass erst nach diesem Brief eine Prüfung erfolgte!

Der Artikel in der BZ vom 6.1.2004

zur Gegendarstellung des Artikels der BZ vom 6.1.2004

Wir haben im Rautheimer Holz die gefällten Bäume gezählt. Es sind nicht, wie im Zeitungsartikel missverständlich dargestellt, "10 Eichen" (Zitat Uhlmann), "7 Bäume" ("umgemacht" Zitat Bosse, Forstgemeinschaft Mascherode) oder "5 Eichen und 1 Pappel" (Zitat Weinreich/Costabel, siehe Brief) sondern folgende Werte - allein entlang der Waldkante - bis in die 5. Reihe sind korrekt:

  • Durchmesser 100-120 cm: 4 Eichen
  • Durchmesser 90 cm: 4 Eichen
  • Durchmesser 60 cm: 8 Eichen
  • Durchmesser 40 cm: 25 Eichen
  • Durchmesser 30 cm: 63 Eichen, Buchen incl. 2 Pappeln

Gesamt 104 Bäume. Jeder kann sich persönlich von diesen Zahlen überzeugen: Die Baumstümpfe sind überall zu sehen. Die Kronen liegen noch herum. Die zehn Eichen, von denen Frau Uhlmann sprach, standen im Umkreis von 50 m bei ihrem Wohnhaus.

Das eigentlich Schöne an diesem Wald waren immer die besonders dicken Eichen und Buchen. In den vergangenen drei Jahren wurden die dicksten Buchen gefällt. Was in Jahrhunderten gewachsen ist, wird in nicht einmal einem Jahrzehnt von der jetzt bewirtschaftenden Generation vernichtet.

Unsere Beschwerde wurde nicht an die obere Naturschutzbehörde weitergeleitet. Daher geht unsere Beschwerde jetzt direkt dorthin.

Wasserhaushalt gestört


Der Wald läuft über: Frühjahr 2002, Schreiberkamp Ecke Waldweg

Die Eichen standen in den letzten Jahren aufgrund der zunehmenden Nässe im Wasser, der Waldboden war ein See. Das Wasser ergoss dann sich am Schreiberkamp Ecke Waldweg zum Bolzplatz in einen 2m breiten Bach den Kleinen Schafkamp herunter und verschwand bis zum Rohrkamp fließend in den Gullis. Die Eichen (in Bild hinter dem Container) waren die einzigen Garanten für ein schnelles Absinken des Grundwasserspiegels an dieser Stelle. Zu diesem Problem konnte bei der Stadt niemand Stellung nehmen.

Bilder aus dem Rautheimer Holz:

Dieser Eichenstamm hatte einen Durchmesser von über 100 cm. Der Baum stand im Frühjahr stets im Wasser: An dieser Stelle ist ein Feuchtgebiet.

 
Pflege der anderen Art.

 
dto.

 
dto.

 
Nach Aussage des Försters sollen auch die letzten Bäume an dieser Stelle verschwinden um den Ahornschösslingen (Durchmesser 1 cm) mehr Licht zu geben.
Im Hintergrund die Siedlung.

 
Die Forstgemeinschaft bemüht sich angeblich stets um die Verkehrssicherung. Diese Birke brauchte 1 Woche, dann lag sie endlich auf dem Boden: Von selbst; der morsche Stamm bog sich langsam nach unten und versperrte den Eingang in den Wald. Sie soll jetzt so liegen bleiben. Ort: Waldweg am Bolzplatz Mascherode, täglicher Treffpunkt vieler Kinder.

 
Diese prachtvolle Buche am Wegesrand Waldspielplatz Mascherode hat einen Umfang von über 3 Metern. Eine der letzten dicken Bäume...
Wie lange noch?

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