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Das Stadtgespräch

Die Braunschweiger Zeitung veranstaltete eine Podiumsdiskussion mit dem Thema:
"Brauchen wir wieder eine Baumschutzsatzung?"

 

230 Interessierte waren am Abend des 22.3.2004 in die Brunsviga gekommen, um mit uns über die Bäume zu diskutieren.
Der Termin lag natürlich ungünstig für Familien mit Kindern, die Kinder des Waldkindergartens "Till Eulenspiegel" waren trotzdem gekommen, um diejenigen zu vertreten, um deren Zukunft es vor allem geht. Mit ihrem Baumlied haben sie für ein Bewusstsein für die Würde der Bäume und deren natürliches Lebensrecht geworben. 
 
Dr. Norbert Jonscher von der Braunschweiger Zeitung, der auch den Abend moderierte, zeigte anfangs einen kurzen Film mit teilweise bemerkenswerten Interviews von Passanten in der Innenstadt. Auch sie beweisen, dass die Baumfällungen tatsächlich einer breiten Masse unangenehm aufgefallen sind.

Auf der Bühne schaffte ein gemütliches "Loriot-Sofa" ein angenehmes Gesprächsklima und regte zur Satire an. Als Satire auch ist unser Statement zum Thema "Massenfällungen in Braunschweig" zu verstehen gewesen.

Die BZ vom 23.3.2004 brachte am nächsten Tag auf der Titelseite des Lokalteils einen Bildbericht, der nicht annähernd den wirklichen Ablauf schilderte. Schon das Bild vermittelte den Eindruck, dass Hennig Brandes (Ratsmitglied, CDU) kräftig mitdiskutierte. Er beantwortete jedoch nur speziell an ihn gerichtete Fragen. 

Detaillierter berichtete die BZ vom 24.3.2004 auf der 3. Seite des Lokalteils. Ein Diskussionspunkt, die Sichtachsen, brachte ans Licht, wie wenig ausgegoren und sachverständig das Konzept des Grünflächenamtes untern Herrn Günther ist.

Ein Bürger beklagte sich, dass vor Jahren wegen der Baumschutzsatzung eine Frau die drei Birken auf ihrem neu erworbenen Grundstück (mit vorhandener Bebauung) nicht fällen durfte, obwohl sie an Birkenpollenallergie leidet. Dieser Fall, der auf den ersten Blick, vordergründig ungerecht erscheint, ist jedoch ein gutes Beispiel dafür, dass wir eine Baumschutzsatzung brauchen! Würden die 3 Birken gefällt, so wäre die Frau dennoch nicht symptomfrei, denn der Pollenflug ist, wie AllergikerInnen wissen müssten, überall. Diese übrigens auch von Herrn Günther bestätigte Tatsache zeigt, dass die Bäume vor schlecht informierten Bürgern geschützt werden müssen. Auch zeigt dies, wie unsinnig und wenig fundiert gegen die Baumschutzsatzung argumentiert wird. In Konsequenz, wie Herr Brandes sie fordert, müssten in diesem Fall alle Birken in Braunschweig gefällt werden. Wehe, wenn sich dann jemand mit Pappelallergie etc. meldet!

Bei der Abstimmung im Publikum, zur Frage des Tages, die Herr Jonscher abschließend noch einmal stellte, "Brauchen wir wieder eine Baumschutzsatzung?" stimmten von 230 Anwesenden 223 mit JA und nur 7 mit NEIN.

Aus Zeitmangel konnte das wichtige Thema "Eichensterben" nicht angeschnitten werden. Der Revierförster von Riddagshausen Herr Städing hat nach der Veranstaltung versprochen, mit uns einen Informationsnachmittag oder - abend abzuhalten, auf dem wir die wichtige Frage, warum die Forstwirtschaft dem Eichensterben derart gleichgültig gegenübersteht, stellen werden. Der Termin wird noch angekündigt.