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Altewiekring/Hagenring

Wer beschließt denn sowas? 
Schildbürgerstreich des Fachbereiches Stadtgrün und des Bezirksrates Östliches Ringgebiet

 
Der Unsinn kennt keine Grenzen: 58 gesunde alte Bäume müssen 36 neuen Bäumen weichen! 
Ort des Geschehens: Die vierspurige Verkehrsschneise, versiegelt und abgasreich. 
58 Bäume, die angeblich hinfällig seien und doch immer noch den widrigen Umständen trotzen. 
Aber wie lange werden die 36 neuen Bäume das aushalten?

Karsten Kablitz (Bündnis90/Die Grünen) informierte uns in einem ersten Brief über den bevorstehenden Beschluss. Sein zweiter Brief dokumentiert das Unausweichliche. Die Stadt Braunschweig verschickte dazu eine Presseerklärung.

Danach ergäbe sich die geringere Anzahl von neu gepflanzten Linden gegenüber den 58 Ahornbäumen aus dem größeren Pflanzabstand der Linden (rund zehn Meter). Tatsächlich müssen die übriggebliebenen Linden aus der aufgelösten Baumschule einen Platz finden.

Auch diese Presseerklärung beweist den neuen Umgang der Stadtverwaltung mit der Öffentlichkeit. Das Für-Dumm-Verkaufen scheint die neue Marschrichtung zu sein.

Die Presseerklärung erscheint einen Tag (5.5.2004) vor der geplanten Abholzung (6.5.2004). Auch das gehört zu dieser Politik.

In der BZ vom 6.5.2004 wird die Maßnahme schöngeredet. "Lindenkronen bilden bald ein grünes Band" titelt der Artikel, in dem wir u.a. erfahren, dass die Linden "in der Baumschule gezogen oder von privaten Unternehmen gekauft wurden".
Das "oder" zeigt, wie wenig hier fundierte Recherchen gemacht wurden. Wie viele Bäume mussten dazugekauft werden? Was hat dieser Unsinn gekostet?

Am 6.5. ist es soweit, die Bäume sind gefallen. Hier der Leserbrief von Gabriele Uhlmann, der am 12.5. in gekürzter Form abgedruckt wurde. Ergebnis unserer Besichtigung der Baumstümpfe: ALLE BÄUME WAREN GESUND!

Die NB vom 23.5.2004 setzt noch einen drauf. Herr Loose vom Fachbereich Stadtgrün behauptet, Ahorne seien frostempfindlich, weil sie aus südlicherem Klima stammen würden. 
Wir wissen es besser: Ahorne sind in den gemäßigten Breiten, zu denen wir gehören, heimisch und bestens an Frost angepasst. (Nicht umsonst führt Kanada das Ahornblatt im Wappen.)
Wieder wird uns eine Lüge aufgetischt, die die unsinnige Maßnahme rechtfertigen soll! 

Dass die Ahorne 40 Jahre alt waren, ist ebenfalls falsch. Sie sind ca. 25 Jahre alt geworden.

Wir fordern mehr Wahrhaftigkeit und Sachkompetenz!

Die letzten Bilder von den Ahornen...
 

 
 

 
Die BZ vom 18.5.2004 zeigt in einem kurzen Bildbericht die neuen Lindenbäume und bezeichnet die alten Ahorne als unattraktiv. Ein Leser wehrt sich einen Tag später in seinem Leserbrief gegen diese Sehweise: "Ein Baum kann nie unattraktiv sein!". Auch unsere Fotos belegen, dass die Ahorne in vollem Saft standen und alles andere als "unattraktiv" waren.
 
Wieder freut sich die Firma Haltern und Kaufmann über einen neuen Auftrag.

Die Baumstümpfe belegen, dass über den Zustand der Baume nicht die Wahrheit gesagt wurde.